
Es ist zwar noch einige Jahre lang eine Baustelle, doch in Sachen Ambiente hat sich das Genossenschaftshaus am Markt zu einem besonderen Treffpunkt entwickelt. Das hat sich am Freitagabend der vergangenen Woche wieder einmal bewahrheitet, als die Bürgergenossenschaft Bad Grund zum Quiche-Abend eingeladen hatte.
Mit Lichterketten und Kerzen war der alte Bäckereiladen stilvoll eingerichtet und der freie Blick durch das große Schaufenster auf den Marktplatz tat ein Übriges für ein gutes Gesprächsklima.
Hausgebackene Quiche in verschiedenen Variationen und dazu Weine aus Rheinhessen waren eine gute Basis für ein Wohlfühlklima zwischen dem von Tapete und Putz befreiten Fachwerk und den Lehm- und
Ziegelsteinwänden.
Rainer Wagner hatte für diesen Abend sein fast 100 Jahre altes „Bella Electric“ Grammophon und eine Auswahl aus seiner großen Schelllackplattensammlung bekannter Labels wie Electrola, Tempo, Telefunken, Polydor und Orchestrola mitgebracht. Wie schon im Herbst, als ein NDR-Filmteam Wagner und sein Grammophon im Genossenschaftshaus für eine Dokumentation filmte, sorgte er mit musikalischen Klassikern für gute Unterhaltung. Zu den gespielten Originalaufnahmen gehörten u.a. Zarah Leander mit „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ aus dem Jahr 1940, Gerhard Wendland mit „Das machen nur die Beine von Dolores“ (1952), Rene Carol mit „Rote Rosen, rote Lippen“ (1952), Comedian Harmonists mit „Wochenend und Sonnenschein“ (1934), Glenn Miller mit „In the Mood“ (1942) und Lys Assia mit „Oh mein Papa (1954).
Fazit der Genossenschaftler: der Abend war viel zu kurz, um alle musikalischen Schätze zu hören und dank der vielen guten Gespräche ist eine Wiederholung fest eingeplant. Ob und wann und was es dann zu essen gibt, das wird der Beobachter zu gegebener Zeit berichten.
Text: Wolfram Marx